Hessische IHKs sehen neuen Hochschulpakt kritisch

Pressemeldung der IHK Arbeitsgemeinschaft Hessen vom 11.05.2010.

11.05.2010: „Wer A sagt, muss auch B sagen. Auf die Hessische Hochschul- und Wirtschaftspolitik gemünzt bedeutet das: Wenn das Land den Wirtschaftsstandort Hessen fit für die Herausforderungen des künftigen Fachkräftemangels machen will, dann darf nicht in der Bildung der Rotstift angesetzt werden“, sagte Matthias Gräßle, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft hessischer Industrie- und Handelkammern, anlässlich der Unterzeichnung des dritten hessischen Hochschulpakts in Wiesbaden. Der neue Vertrag sieht massive Kürzungen in Höhe von mehreren Millionen Euro vor, soll den Universitäten und Fachhochschulen aber gleichzeitig finanzielle und planerische Sicherheit für die Jahre 2011 bis 2015 geben.

„Die Sparpläne des Wissenschaftsministeriums für den Hochschulstandort Hessen sehen wir mit großer Sorge“, sagte Gräßle. Denn angesichts der Herausforderungen der nächsten Jahre seien Mittelkürzungen in dieser Höhe unverhältnismäßig. So kämen auf die Hochschulen aufgrund der Fortführung des Bologna-Prozesses, der Aufnahme der doppelten Abiturjahrgänge sowie der Verstärkung in den Bereichen Technologietransfer und akademische Weiterbildung ausreichend Aufgaben zu, die nicht nur administrativ, sondern auch finanziell bewältigt werden müssten. Pauschale Kürzungen gäben daher keine Antwort auf die Frage, wie diese Herausforderungen gemeistert werden könnten und welche Richtung die künftige Hochschulpolitik eingeschlagen sollte.

Die gegenwärtige Vereinbarung zwischen dem Land und den zwölf staatlichen Hochschulen läuft Ende dieses Jahres aus. In dem Vertrag ist festgelegt, dass das Jahresbudget von Universitäten, Fach- und Kunsthochschulen bei sinkenden Steuereinnahmen des Landes um 1,5 Prozent reduziert werden kann. Vor dem Hintergrund der Steuereinbrüche in den Jahren 2009 und 2010 würde dies zu einer Reduzierung des Hochschulbudgets in den kommenden zwei Jahren um zwei mal 1,5 Prozent führen. Das entspräche einer Mittelkürzung von 34 Millionen Euro.


Weitere Informationen: Annett Munterer
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